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Alpgenossenschaft Triesenberg
Postfach 1211
FL 9497 Triesenberg
+423 792 26 63
praesident@agt.li

Öffnungszeiten

Die Alpe Sücka ist von Ende Mai
bis Anfang September
täglich von 8 – 19 Uhr geöffnet
+423 783 10 54
alpesuecka@agt.li 

Geschichtliches

(sh. auch www.ahnenforschung.li/Mediathek/heimeligeZeiten 6.Teil)

geschichteUnsere Vorfahren lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft, insbesondere der Viehzucht. Dabei waren die Alpen und Maiensässe für die Bewohner der Gemeinde Triesenberg von existenzieller Bedeutung.

Es waren eifrige Kolonisten und tüchtige Alphirten – die Walser in Triesenberg. Sie hatten nach und nach Alpweiden erworben, die sie als Privatkorporationen nutzten. Schon im Jahre 1562 legten de Walser ihre Alpen zusammen und nutzten sie von da an als Gemeindealpen. Die drei Maiensässalpen Silum, Grosssteg und Kleinsteg hingegen blieben bis heute Alpgenossenschaften.

Mit den sechs Alpen Sücka, Bargälla, Turna, Sareis, Alpelti und Bärgi und den drei Genossenschaftsalpen verfügen die Triesenberger über den grössten Alpbesitz im Land.

Alpe Sücka

Die Alpe Sücka wurde schon früh genutzt, so wurde sie schon anno 1507 als Alpe, die zur Herrschaft Vaduz gehört, aufgezählt. Im Jahre 1688 war sie im Eigentum der Grafen von Hohenems und ab 1809 des regierenden Fürstenhauses. Die Alp Sücka bleibt von allen liechtensteinischen Alpen an längsten herrschaftliche Alpe, nämlich bis anno 1887.

Bis zum Jahre 1887 wurden die Alpen in Einzelbewirtschaftung (Einzelsennerei) von den Landwirten geführt. Diese sehr aufwendige Bewirtschaftung stiess je länger je mehr auf Widerstand. Kleinere Betriebe, von denen es in dieser Zeit einige gab, sprachen sich für eine gemeinsame Bewirtschaftung aus, grössere Betriebe hingegen wollten unbedingt an der Einzelbewirtschaftung festhalten. Für sie war es ja auch rentabler. Seitens des Landes wurde je länger je mehr Druck auf eine gemeinsame Bewirtschaftung „D Zämaschüttati“ gelegt. (Detailinfo’s zur D Zämaschüttati unter www.ahnenforschung.li/Mediathek/heimeligeZeiten ; 6.Teil).

Wiederholt versuchten die Anhänger der Neuerung „gemeinsame Alpwirtschaft“ den Kauf der Alpe Sücka voranzutreiben. Erstmals fand am 12. Februar 1886 eine Bürgerversammlung zum Thema „Sücka-Chauf“ statt. Die Abstimmung verlief mit 82 Ja und 116 Nein negativ. Den Kauf der Alpe Sücka richtig ins Rollen gebracht hat schlussendlich ein Schreiben vom 9. Dezember 1886 des Landesverwesers In der Mauer an den Gemeinderat von Schaan, worin es hiess, dass Fürst Johannes II. seine Alpe Sücka verkaufen und den Erlös der Gemeinde Schaan als Beitrag an den Kirchenbau schenken wolle. In der Folge ordnete die Regierung – wohl im Einverständnis mit dem Landesfürsten – an, dass als Käufer nur inländische Gemeinden, nicht aber Privatpersonen, auftreten könnten. Und bei der Gemeinde Triesenberg knüpfte man, im Falle eines Kaufes, die Bedingung daran: sie könne sich nur dann um den „Sücka-Chauf“ bewerben, wenn sie ihr bisheriges Alpwirtschaftssystem (Einzelwirtschaft) aufgeben werde und eine gemeinsame Sennerei einführe und zwar schon im Jahr 1888. Bereits am 16. Dezember 1886 fand die zweite Bürgerversammlung zum Kauf der Alpe Sücka und gleichzeitiger Einführung einer gemeinsamen Alpwirtschaft zu, welche von den 206 Stimmberechtigen angenommen wurde (153 Ja; 8 Nein; 8 Enthaltungen und 36 nicht erschienen).

Am 3. März 1887 fand die Versteigerung im Landtagssaal, Vaduz statt. Die Delegierten der Gemeinde Triesenberg hatten den Auftrag, die Alp Sücka um jeden Preis zu kaufen. Nebst der Gemeinde Triesenberg haben auch die Gemeinden Mauren, Triesen, Vaduz, Balzers, Eschen und Gamprin Interesse am Kauf der Alpe Sücka bekundet. Als meistbietende Gemeinde hat Triesenberg letztlich den Zuschlag für den Kauf zum Preis von 36‘320 fl (Gulden) erhalten. Dies jedoch unter der Bedingung, dass die Zusammenlegung sämtlicher Alpen (gemeinsame Alpwirtschaft) ehestens durchgeführt werde. Der Kauf der Alpe Sücka durch die Gemeinde Triesenberg konnte somit abgeschlossen werden und wurde rechtskräftig.

Obwohl der Kauf der Alpe Sücka nun abgeschlossen war, haben die Gegner nicht aufgegeben und dafür plädiert man solle den Kaufvertrag rückgängig machen, wohl könne man die Alpe Sücka behalten aber auch an der Einzelbewirtschaftung festhalten. Man sei anlässlich der Bürgerversammlungen vom 16 Dezember 1886 mit „Lug und Trug“ vorgegangen. Seitens der Regierung wurde ihnen jedoch vermittelt, dass „nur Eigennutz und Unverstand“ die Erklärungsgründe der Gegnerschaft seien. Es sei an allem nichts mehr zu ändern und dass in dieser Angelegenheit niemand mehr empfangen werde.

Die gemeinsame Alpwirtschaft „D Zämagschüttati“ wurde bereits 1882 auf dem Bergli, im Jahr 1888 auf den Alpen Sücka/Bargella und Älple; und 1890 in Malbun/Turna eingeführt. 

Alpgebäude:

Bereits in den Jahren 1888 bis 1890 baute die Gemeinde den Stall und das Kurhaus um. Die Sennerei verblieb jedoch im Parterre des Kurhauses.
Im Jahre 1913 wurde der Alpstall saniert und In den Jahren 1938/39 wurde derselbe vergrössert und die Sennhütte mit Sennerei und Älplerwohnung gebaut.

Weitere Meilensteine:

  • 1946 erfolgte der Bau eines grösseren Güllenkastens sowie die Anschaffung einer Güllenverschlauchung.
  • Die erste elektrische Melkanlage wurde im Jahr 1960 in Betrieb genommen.
  • 1975 Anschaffung eines Melkstands - Schlaf- und Aufenthaltswagen „uf dr Böda“.
  • 1982 wurde die Sennerei, nach umfangreicher Sanierung, wieder in Betrieb genommen.

Triesenberg, 22.02.2019-wofr