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Die Alpe Sücka ist von Ende Mai
bis Anfang September

Alpe Sücka

(Quelle: Hist. Lexikon)


Alpe SückaAlp im Saminatal, Gemeinde Triesenberg, 1177–1706 m ü.M., Alpgebäude und Berggasthaus auf 1402 m ü.M., 130,6 ha, davon 54 ha produktive Weidefläche. Grenzt westlich an den Kulm, südlich an das Alpelti, nördlich an Silum und Bargälla, östlich an Steg. Name zu abgegangenem mundartlichem Sügga, alemannisch Sügge (sumpfiges Gebiet). 1963 wurde im Gebiet von Sücka auf etwa 1470 m ü.M. eine bronzene Lanzenspitze der Spätbronzezeit gefunden (ca. 12./11. Jahrhundert v.Chr.). Bei der Ersterwähnung im Brandisischen Urbar (um 1509/17) galt Sücka als Triesner Alp, während der heutige Alpteil Düraboda als eigene Walser Alp bezeichnet wird. Ab der Zeit um 1600 erscheint Düraboda als herrschaftliche Alp und auch die Sücka gehörte im 17. Jahrhundert den Grafen von Hohenems (so in der Rentamtsrechnung von 1681), ab 1712 den Fürsten von Liechtenstein. Die Hohenemser verkauften im 17. Jahrhundert einige Alpteile an Private aus Triesenberg. Die Sücka war im 18. Jahrhundert zunächst an die Triesenberger, spätestens ab 1734 an Einzelpersonen aus der Herrschaft Schellenberg und von 1783 bis ins frühe 19. Jahrhundert an die dortigen Untertanen verpachtet, dann an die Gemeinde Triesen und Triesenberg, zuletzt an Vaduzer Bürger. 1887 konnte die Gemeinde Triesenberg die Sücka bei einer Versteigerung von Fürst Johann II. unter der Bedingung erwerben, die Einzelsennerei auf all ihren Gemeindealpen aufzugeben (Kaufpreis 36 320 Gulden).

Sücka ist traditionell eine Kuhalp. Gemäss dem Urbar von 1509/17 waren von Düraboda 4 Pfund Schmalz und 1 Käse als Vogelmolken an die Herrschaft abzugeben. 1928 wurden 128 Kühe gesömmert, 1984 124, 2004 103 Milchkühe mit Verkäsung, wobei die Bestossung seit 1997 auf 80 Grossvieheinheiten festgesetzt ist. Nebenbei wurden immer wieder Schweine gesömmert (2004 15 Stück).

Spätestens in den 1870er Jahren, also bereits vor dem Erwerb durch die Gemeinde Triesenberg, dienten die Alpgebäude auch als Molken- und Luftkuranstalt. Sücka war damit eine der ersten Touristenstationen im liechtensteinischen Berggebiet. 1888–90 wurde der Stall erneuert und ein neues Kurhaus erbaut, das seither verpachtet wird und bis heute als «Berggasthaus Sücka» Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Die um 1867/68 angelegte Strasse Kulm–Steg erschloss auch die Sücka für Fuhrwerke. Die Strasse wird seit 1963 im Winter als Naturrodelbahn genutzt. Auf der Alp Sücka spielt die Sage vom Sückacheris, einem unehrlichen und spielsüchtigen Sennen.

Quelle: Herbert Hilbe, «Sücka», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Sücka, abgerufen am 1.2.2019.